Der Bahnhof Himmighausen heute

Der Bahnhof Himmighausen, gelegen an der zweigleisigen, elektrisch betriebenen Hauptbahn Hannover - Soest in Streckenkilometer 100,830 bis km 102,979, wird seit Einstellung aller fahrplanmäßigen Zughalte seit 1989 als Betriebsbahnhof genutzt,  Es zweigt ab, bzw. mündet ein im Ostkopf des Bahnhofes die elektrisch betriebene eingleisige Hauptbahn Herford - Himmighausen von  Km 46,440 bis Km 48,043.

Streckendaten:  Streckenklasse: D 4

Neigung in Richtung  Bergheim  1 :  75   entspricht   13,3   o/oo

                                 Langeland  1 :  79   entspricht   12,6    o/oo

                                 Leopoldstal 1 : 161   entspricht     6,2   o/oo                                                       

 

Vorhandene Anlagen:

Der Bahnhof Himmighausen wird von einem vereinfachten Sp DR S 60 Stellwerk gesteuert, mit dem elf Weichen, eine einfache Kreuzungsweiche, drei Einfahrsignale,  zwei niedrige Einfahrsignale für den Linksfahrbetrieb, fünf Ausfahrsignale, sowie zwei Zentralblocksignale bedient werden. Für die Sicherung der Zugfahrten auf der freien Strecke sind vorhanden: Richtung     Langeland =  Zentralblock*, Richtung Bergheim/SteinheimSelbstblock 60*,    Richtung Leopoldstal = Relaisblock*.

Die Züge aus Richtung Hameln werden durch eine Heißläuferortungsanlage überwacht auf  erhöhte Achslagertemperatur,  sowie fester Bremsen. Die Werte  werden im benachbarten Bahnhof Bergheim per Infrarotfühler gemessen und nach Himmighausen übermittelt, wo der Fahrdienstleiter bei unzulässigen Werten Maßnahmen zu ergreifen hat.

  

 Drei der vier Hauptgleise sind Durchgehende Hauptgleise*, welche von etwa 120 Zugfahrten werktäglich befahren werden. Des weiteren vorhanden sind noch ein Schaltposten für die elektrische Zugförderung und eine Sendeanlage für  den Zugfunk. Der Schaltposten wurde im April 2001 erst vollständig erneuert; der Vorgänger wurde den betrieblichen Anforderungen nicht mehr gerecht. Diese Anlagen laufen automatisch und werden nicht manuell bedient.

*für den Nichteisenbahner:

Bei Zentralblock werden die Einrichtungen von den benachbarten Stellwerken per Fahrstraßenansteuerung aus bedient, die Grundstellung der Blocksignale ist Halt, bei Selbstblock befinden sich die Einrichtungen in einem Betonschalthaus direkt an Ort und Stelle, sie werden durch den fahrenden Zug bedient, Grundstellung der Signale ist hier die Fahrtstellung. Relaisblock ist eine Anpassung des Streckenblockes zwischen Stellwerken neuerer Technik und alter mechanischer Bauform. Dieser Streckenblock wird von der modernen Seite her zugbedient, von der mechanischen Seite noch per Hand.

Durchgehende Hauptgleise sind die Hauptgleise in einem Bahnhof,   in welche ohne Abzweig direkt von den Streckengleisen her eingefahren werden kann, anders ausgedrückt: Als Durchgehende Hauptgleise bezeichnet man die Fortsetzung der Streckengleise durch den Bahnhof hindurch.

 

 

 Am 19. Okt. 2004 wurde im Stellwerk Himmighausen eine neue Ortssteuertafel für die Fahrleitung installiert. Mit Hilfe dieser  Anlage können Abschnitte der Fahrleitung im Bedarfsfalle, z. B. bei Bauarbeiten, spannungslos geschaltet werden. Dies wird jedoch durch Fernsteuerung von der zuständigen Schaltbefehlstelle Köln durchgeführt. Nur bei Ausfall der Fernsteuerung und im Notfall darf vor Ort geschaltet werden.

 

 

Ortssteuertafel im Stw Himmighausen

                         Abbrucharbeiten in Himmighausen

Nachdem noch vor einigen Jahren über eine Reaktivierung des Bahnhofes bei den Kommunen und Verkehrsverbünden nachgedacht wurde, hat der Zahn der Zeit dieses Thema wohl erledigt. Eine Wiederinbetriebnahme würde einen völligen Neubau aller Verkehrsanlagen erfordern und damit an den Kosten scheitern.

 

        

Vorstehende drei Bilder entstanden bei den Rückbauarbeiten des Bahnsteigdaches auf dem Mittelbahnsteig am 12. Juni 2006. Die Holzteile des Daches waren mittlerweise so schadhaft geworden, dass sie vorbeifahrende Züge gefährdeten. Es lösten sich immer wieder Holzteile, vor allem bei starken Wind, so daß die verantwortlichen Stellen nun handeln mussten.

 

       

Die Vollsperrung des Rehbergtunnels im Sommer 2013 nutzte die Eisenbahn zum Abriß des alten Mittelbahnsteiges in Himmighausen. Die stählerne Dachkonstruktion des Bahnsteiges wurde bereits entfernt. Den Personentunnel unter den Gleisen 1 und 2 benutzten früher täglich viele Reisende Richtung Altenbeken oder Detmold

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