Dampfbetrieb im Eggegebirge

 

 

Im Jahre 1977 beendete die damalige Deutsche Bundesbahn den planmäßigen Einsatz von Dampflokomotiven. In unserer Region verkehrte als letzte Planfahrt einer Dampflok montags gegen 11°° Uhr eine BR 50 des BW Ottbergen von Ottbergen als Lz nach Hameln. Zu welchem Zweck ist mir nicht mehr bekannt. Die Lok kam dann am frühen Abend wieder zurück. In der Folge traten dann die ausgemusterten, aber zumeist noch betriebsfähigen Loks zu Hunderten ihre letzte Reise zum Hochofen an. Zwei nachfolgende Fotos zeigen einen solchen Zug auf Durchfahrt bei uns. Einige wenige Lokomotiven verschiedener Baureihen überlebten als Museumsloks und auch in privater Hand.

Danach verbannte die DB für die nächsten zehn Jahre jeglichen Dampfbetrieb auf ihren Gleisen. Wohl auf Initiative ungezählter Eisenbahnfreunde lockerte die DB dann aber doch ihr Dampflokverbot und ließ zunächst vereinzelt, dann aber doch vermehrt Nostalgiefahrten mit Dampfzügen wieder zu. In der Folge entwickelte sich das dann zu einem regelrecht erfolgreichen Programm, dem aber Grenzen gesteckt wurden, da die DB inzwischen die gesamte Infrastruktur für Dampfloks, wie Wasserkräne, Kohlebansen und auch Drehscheiben zurückgebaut hatte. Da eine Dampflok je nach Einsatz ca. alle 200 km Versorgung mit Betriebsstoffen und Wartung benötigt, wurde dies schwierig. An dieser Stelle sei den örtlichen Feuerwehren gedankt, die oft die Versorgung der schwarzen Gesellen mit Wasser übernahmen. Auch der Brandschutz entlang der Strecken wurde weitgehend eingestellt. Heute darf eine Dampflok bei Waldbrandgefahrstufe 4 nicht mehr fahren, sonst nur, wenn an der Lok vorhandener Brandschutz, z. B. Aschenäßvorrichtung usw. funktioniert. Nachfolgende Züge werden beauftragt, nach entstehenden Bränden auszuschauen.

       

         Dampfloks auf ihrer letzten Fahrt nach Siegen Hbf zum Schneidbrenner, Lokzug hier vorm Einfahrsignal in Himmighausen und im Bahnhof Steinheim/W.

Aufnahmen aus dem Jahre 1977.

 

       

Nach der Wiederaufnahme des Dampfbetriebes für den Nostalgieverkehr durchfährt der erste dieser Züge am 1. Juni 1988 den Bahnhof Himmighausen, hier eine Scheinanfahrt

 

           

     Sonderzug der Eisenbahnfreunde Braunschweig  

   

 

 

 

 

Eine T 52 kehrt heim: Die Dampflok ist vermutlich nach dem 2. Weltkrieg als Reparation in die Sowjetunion verbracht worden, oder auch im Krieg dort verblieben. 1996 wurde sie von der Eisenbahn-Betriebsgesellschaft Altenbeken aufgekauft, hergerichtet und  zu Nostalgiefahrten auf der Almetalbahn zwischen Paderborn und Büren eingesetzt. Das Bild zeigt die Lok auf der Überführungsfahrt von Minsk nach Altenbeken im Februar 1996 bei der Fahrt durch Himmighausen im Schlepp einer E-Lok der BR 140. 

Leider hat die Lok die letzte Kesselprüfung nicht unbeschadet überstanden. Auf Grund erheblicher Mängel ist sie derzeit im BW Altenbeken abgestellt. Ob sie wieder hergerichtet wird, kann derzeit nicht gesagt werden.

 

 

 

          

DGN 91611 am 21. Februar 2004 auf Fahrt von Hannover nach Paderborn nach einem Wartungshalt in Himmighausen, hier bei Ausfahrt aus dem Bahnhof in Richtung Langeland, gezogen von der ölgefeuerten 012 100-4.

                       

Die Dampflok 012 100 - 4 mit Ölhauptfeuerung zu Besuch in Altenbeken am 21. Februar 2004. Nach einer Drehfahrt durch die Altenbekener Kurve rangiert sie nach Gleis 1.  Da es die zur Dampflokzeit üblichen großen Wasserkräne nicht mehr gibt, versorgt ein Feuerhydrant die 012 mit ca. 24 000 l Wasser. Das dauert dann etwa 40 Minuten. Abölen, Lagerkontrolle und mehr, dann kann die Rückfahrt angetreten werden.

                                    

 

           

Zum Viaduktfest Altenbeken am 5.7.2009 war die 78 468 vom Eisenbahn Traditionsverein Lengerich mit dem historischen Zug in Himmighausen. Beide Bilder zeigen die Lok beim Umlauf ans andere Zugende.

            

Vom 17. bis 20. April 2009 war die 041 der Werrabahn zu Besuch im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen. Diese drei Bilder zeigen die kohlegefeuerte Dampflok auf der Rückfahrt von Bochum nach Eisenach beim Zwischenhalt in Altenbeken, wo der Wasservorrat ergänzt wurde. Zwischenzeitlich wurden dabei auch die Lager der Lok kontrolliert und geölt. Ganz rechts die 041 beim Wassernehmen. Mit dem dünnen Schlauch hat dieser Vorgang schon 45 Min. in Anspruch genommen.

                                      

Am 27. Mai machte der DLr 93455 auf dem Weg von Heilbronn nach Lengerich/Westf. Station in Altenbeken zur Entgegennahme von Fahrplanunterlagen und einer kleinen Wartung.

Fahrten mit kohlegefeuerten Dampfloks stellen wegen der fehlenden Infrastruktur für Dampfloks bei der DB schon ein nicht ganz geringes Problem dar. Einmal ist das die fehlende Versorgungsmöglichkeit unterwegs mit Betriebsstoffen. Dies wird von den EVU's geregelt. Je nach Fahrtstrecke und Belastung benötigt eine Dampflok nach ca. 150 - 200 km neuen Wasservorrat. Sie muß abgeschmiert werden und ggf. auch ihren Kohlevorrat ergänzen. Dazu kommt dann noch wie eingangs schon gesagt,  die Brandgefahr. Übersteigt die Waldbrandgefahrenstufe entlang der Fahrtstrecke an nur einem Punkt die internationale Waldbrandgefahrenstufe 4, so kann die Fahrt nicht stattfinden. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen hat dann die Möglichkeit, diese mit einem (Diesel)-Tfz durchzuführen. Grundsätzlich muß vor Abfahrt des Zuges der einwandfreie Zustand der Aschekastenklappen, der Aschekastennässvorrichtung und der Funkensiebe sichergestellt sein.

 

 

       

Vorstehende Bilder sind vom Besuch der ölgefeuerten 41 096 der Darmstädter Museumseisenbahn. Die Lok kam am Vortag als Lz 25 072 nach Altenbeken und wurde über Nacht abgestellt. Am anderen Morgen wurde wieder angeheizt, der Wasservorrat ergänzt und alle Lager abgeschmiert. Anschließend bespannte sie den inzwischen von Köln als F 32 809 eingetroffenen historischen Rheingold zur Weiterfahrt nach Braunschweig. Die anbringende Elok wurde  am Schluß angehängt und diente der Stromversorgung des Zuges.

     

   

Alte und neue Traktion begegneten sich in Altenbeken. Der IC nach Leipzig mußte zunächst ebenfalls warten, jedoch ordnete die Betriebsleitung

kurzfristig die Umleitung des IC über Hameln - Hannover an, da ein Ende der Streckensperrung nicht absehbar war.

Am 28. September 2012 machte der DLr 92235, unterwegs von Oberhausen Osterfeld nach Gera Hbf mehr oder weniger unfreiwillig eine lange Fahrpause von über sechs Stunden in Altenbeken. Sie hatte planmäßige Ankunft in Altenbeken um 7:38 Uhr, dann eine Stunde Aufenthalt zum Wassernehmen und Wartungsarbeiten. Sie erreichte Altenbeken jedoch erst mit vier Stunden Verspätung. Während der Restauration wurde wegen eines Großbrandes in Willebadessen die Strecke nach Warburg gesperrt, so daß die Weiterfahrt erst gegen 17:00 Uhr angetreten werden konnte.

Die ölgefeuerte Dampflok der Baureihe 41 gehört zum Museumsbestand, wurde 1940 von der Firma Jung, Jungental mit der Hersteller-Nr. 9318 gebaut.

 

 

 

 

 

Am 1. 10. 2012 war die 41er auf Rückfahrt nach Oberhausen wieder in Altenbeken

 

Foto Hendrik Mergard                                                                              Auf Rückfahrt nach Oberhausen am Schierenberg zwischen Altenbeken und Benhausen

 

War für díe Beheizung der Züge früher unerlässlich: Dampfheizkupplungen

 

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